Es ist schon interessant, wie weit der Einfallsreichtum sadistischer oder auch nur abgestumpfter Tierexperimentator_innen so geht. Fötales Rinderserum wird bei "eigentlich" tierversuchsfreien Methoden, und zwar Versuchen mit Zellkulturen, verwendet. Denn dummerweise müssen die Zellen in eine Nährflüssigkeit und da hatten die Tierzerschnetzler_innen die grandiose Idee, diese doch aus dem Blut ungeborener Kälber herzustellen. Besonders interessant ist übrigens nicht nur das was und warum, sondern auch das WIE. Die Erläuterungen überlasse ich diesmal jedoch einer anderen:
"Am Schlachtungsfließband wird trächtigen Kühen die Gebärmutter mit dem Fötus entnommen und das Blut des ungeborenen Kalbes mittels Herzpunktion abgesaugt. Niemand weiß, ob die Föten dabei nicht große Schmerzen erleiden. Schätzungen gehen davon aus, dass so für die moderne Biotechnologie weltweit 1 bis 2 Millionen Rinderföten "verbraucht" werden." (Quelle)
Aber glücklicherweise: Rettung naht. Es gibt eine Homepage, die eine Datenbank für Tierserum-freie Nährlösungen für Zellkulturen bereitstellt. Wer mal Vorbeischauen möchte, kann das hier tun: good cell culture Diese Datenbank ist aber leider (oder auch wie zu erwarten war) nicht aus rein ethischer Motivation entstanden, wie ein beteiligter Mediziner ausführt:
"Die Verwendung von Tierserum-freien Produkten für Zellkulturen hilft nicht nur, Tierleid zu vermeiden, sondern verbessert auch die Qualität der Zellkulturen, sodass wir genauere Forschungsergebnisse erzielen können." führt Univ.Prof. Dr. Gerhard Gstraunthaler von der Medizinischen Universität Innsbruck aus, der die Entwicklung der Datenbank wissenschaftlich begleitet hat.
"Medien aus tierischem Blut unterliegen in ihrer Zusammensetzung Schwankungen, die es erschweren, Ergebnisse aus Zellkulturen miteinander zu vergleichen. Wir brauchen aber stan-dardisierbare und somit vergleichbare Zellkulturen, um so zum Beispiel neue und bessere Medikamente entwickeln zu können." so Univ.Prof. Dr. Gstraunthaler weiter.
Vor drei Tagen erreichte mich per Freeanimal-Newsletter folgende erfreuliche Botschaft:
"Die nepalesische Regierung hat aufgrund internationalem Druck (über 50 Protestaktionen in 13 Ländern sowie unzähligen E-Mail-Aufrufen) die Ausfuhr von Affen an die Stiftung für Biomedizinische Forschung in den Vereinigten Staaten verboten. Sie hat damit das Unvermeidliche akzeptiert und beschlossen, in dem die Zuchtbetriebe geschlossen und die Affen freigelassen werden. Fast 400 Affen, sind seit Anfang September 2009 nun wieder dort, wo sie hingehören - in der freien Wildbahn.
Hintergrund:
Im Jahr 2004 wurden die Affen ihrem natürlichen Lebensraum entrissen. Einige von ihnen stammen von heiligen Tempeln. Rhesusaffen sind in der Anlage 2 des CITES-Übereinkommens aufgeführt. CITES hat den Export von Wildtieren in dieser Liste verboten. Die Stiftung für biomedizinische Forschung aus den Vereinigten Staaten beabsichtigte, durch den Import dieser Affen ihre Zuchtbestände aufzufrischen.
Am Obersten Gerichtshof kam man nach einer Anhörung von Minister Bohara zu dem Entschluss, dass der Export illegal sei und nicht mit dem Interesse des nepalesischen Volkes zu vereinbaren sei. Affen gelten in Nepal als heilig.
Der wichtigste Faktor in der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs war das Image Nepals in Bezug auf einen sehr bedeutenden Wirtschaftszweig - den Tourismus. Der Imageverlust dieses Reiseziels konnte durch zahlreiche Demonstrationen auf Touristikmessen und bei Reiseveranstaltern nicht mehr ignoriert werden.
Fazit:
Besonderem Dank gilt Minister Bohara. Durch Mitgefühl und Aufklärung hat er den wahren Geist des nepalesischen Volkes vertreten.
Dieser Sieg in Nepal ist ein erstaunlicher Schlag gegen die globale Primatenforschungs-Branche. Laut Aussage eines amerikanischen Forschers, besteht nun ein eklatanter Mangel an frischer DNA. Der „Vorrat“ an den „Forschungsobjekten“ sei nun lediglich durch gefährliche Inzucht zu realisieren.
Wenn die aktuellen Ausfuhrverbote von Indien, Bangladesch und Nepal beständig bleiben, verschwindet die kostbare indische Gattung der Rhesus-Affen zukünftig ganz aus den Tierversuchslaboren."
Liedtext zu "ANIMAL BONDAGE": Locked in cages All over the world Hear the screaming A life full of fear Abused at all time Reduced to flesh Captured and tortured This beastiality That you don`t wanna see ANIMAL BONDAGE Torment and pain Look in their eyes Look in their eyes They`re desperate and cold I know they`re suffering In the darkest hour Forced in a row For the butcher`s knife And the blood will flow This life full of fear Little innocent creature Dead on your plate This beastiality That you don`t wanna see ANIMAL BONDAGE Is animal`s pain ANIMAL BONDAGE The pain is in vain Living targets The hunter`s amused Million bodies Slaughtered and strangled Cruely raped, blinded, infected Hung up on transport Broken bones Bondaged in chains In circus and zoos Cut and scalded n labortories ANIMAL BONDAGE AN ANIMAL FEELS Who are you to decide Who`s gonna live Who`s gonna die We`re all animals
Übersetzung:
KNECHTSCHAFT DER TIERE
Eingesperrt in Käfige Auf der ganzen Welt Hör die Schreie Ein Leben voller Angst Immerwährend missbraucht Zu Fleisch reduziert Gefangen und gefoltert
Diese Bestialität Die du nicht sehen willst KNECHTSCHAFT DER TIERE Qual und Schmerzen
Sieh in ihre Augen Sieh in ihre Augen Sie sind verzweifelt und kalt Und ich weiß, dass sie leiden In der dunkelsten Stunde Zwingt man sie in eine Reihe Unter des Metzgers Messer Und das Blut wird fließen Arme unschuldige Kreatur Tot auf deinem Teller
Diese Bestialität Die du nicht sehen willst KNECHTSCHAFT DER TIERE Ist der Schmerz der Tiere
KNECHTSCHAFT DER TIERE Das Leiden ist überflüssig
Lebendige Zielscheiben Und die Jäger amüsieren sich Millionen Körper Geschlachtet und erwürgt Grausam vergewaltigt Blind gemacht Infiziert Beim Transport aufgehängt Gebrochene Knochen In Ketten gefesselt In Zirkus und Zoos Zerschnitten und verbrüht In Laboratorien KNECHTSCHAFT DER TIERE EIN TIER FÜHLT
Wer bist du, Daß du entscheiden könntest Wer leben wird Wer sterben wird Wir sind alle Tiere Laß ihnen ihr Leben!
It means that you are no longer prepared to sit back and allow terrible, cruel things to happen. The camerman in Ethiopia took direct action, he filmed the worst disaster that has ever happened to human beings. He realised it was too enormous a problem to handle himself - so he took the films home in the hope other people would help. They did. Are you prepared to sit back any longer? Direct action in animal rights means causing economic damage to those who abuse and make profits from exploitation. START!"
It's possible to do things alone, slash tyres, glue up locks, butchers, burger bars, the furriers, smash windows, bankrupt the lot. Throw paint over shops and houses. Paint stripper works great on cars. Chewing gum sticks well to fur coats. A seized engine just won't start, sand in the petrol tank means that delivery's going nowhere. When the new death shop opens up make sure you're the first person to be there. If the circus comes to town remember what goes up must come down. Stop contributing to the abuse yourself - don't eat meat, don't buy leather. Buy non-animal tested make up, herbal soap and shampoo's better.
Try and form a group of people that you know that you can trust and plan ambitious direct action, sometimes risky but a must. Only when you have animal liberation will we obtain human freedom, when the last vivisectionist's blade is snapped. It will be that one step nearer to peace. Direct action in the animal movement is sussed and strong, and our final goal is not far off.
"Animal lovers, vandals, hooligans, cranks; recognise the labels? They say we don't care about human beings. We say all sentient beings, animal or human have the right to live, free from pain, torture and suffering. They say because we are human and speak the same, we matter more. Is our pain and suffering any greater or lesser than that of animals? Human v. animal rights is as much a prejudice as black v. white or the nazis versus the jews an affront to our freedom."
Vivisection is a violation of human beings, the same as it is for animals. We have a chemical world built on a pile of drugs to thanks for their experiments. Drugs are designed for profit, manufactured to suppress symptoms. Human freedom, animal rights. It's one struggle, one fight. When animal abuse is stopped then human abuse will soon stop also, an attitude of mind. "An eye for an eye leaves the whole world blind". Start by protecting the weak, the defenceless, animals, the sick, the disabled. Compassion and emotion are our most important safety values. If we lose them, then 'we lose' the vitality of life itself. Emotional? Hooligans? Cranks?....
Übersetzung:
"Was bedeutet direkte Aktion?
Es bedeutet, dass Du Dich nicht länger zurücklehnst und grausame, terrorhafte Dinge einfach passieren lässt. Der Kameramann in Äthiopien machte eine direkte Aktion, er filmte das schlimmste Unglück, das jemals Menschen passiert war. Er verstand, dass das Problem zu groß war, als dass er allein hätte helfen können - also nahm er die Filme mit nach Hause und hoffte, andere würde helfen. Und sie taten es. Willst Du Dich weiter zurücklehnen? Direkte Aktionen bei Tierrechten bedeutet ökonomische Schäden zu verursachen bei denen, die ausbeuten und damit Profite machen. Fang an!"
Es ist möglich, Dinge allein zu unternehmen: Reifen aufzuschlitzen, Schlösser zu verkleben bei Schlachter_innen, Fast Food Läden, Kürschner_innen, Fenster einzuwerfen, sie alle zahlungsunfähig zu machen. Farbe über Geschäfte und Häuser gießen, Abbeizmittel funktioniert super bei Autos, gekaute Kaugummis kleben sehr gut in Pelzmänteln. Ein großer Motor wird einfach nicht starten, denn Sand im Tank bedeutet, dass die Lieferung nirgendwo mehr hinfährt. Wenn ein neuer Todesshop eröffnet, stell sicher, dass Du die erste Person bist, die hingeht. Wenn der Zirkus in die Stadt kommt, erinnere sie dran, dass alles, was nach empor steigt, auch mal wieder runterkommt. Hör auf selbst an der Ausbeutung teilzuhaben: iss kein Fleisch, kauf kein Leder [Anm.: oder sonstige Tierprodukte], kaufe tierversuchsfreie Kosmetik, pflanzliche Seife und Shampoos sind besser.
Versuche eine Gruppe aus Leuten zusammenzustellen, denen Du trauen kannst und plant ehrgeizig direkte Aktionen, manchmal riskant, aber ein Muss! Erst durch die Tierbefreiung werden wir die Freiheit der Menschen umsetzen können, wenn das letzte Messer eines Tierversuchslaboranten zugeschnappt ist, es ist ein Schritt näher zum Frieden hin. Direkte Aktionen in der Tierbefreiungsbewegung sind stark und unser endgültiges Ziel ist nicht mehr weit entfernt.
"Tierliebhaber_innen, Vandal_innen, Hooligans, Spinner_innen - nimmst Du diese "Labels" wahr? Sie sagen, wir kümmerten uns nicht um Menschen. Wir sagen, alle fühlenden Wesen, Tiere inkl. Menschen, haben das Recht zu leben, frei von Schmerz, Folter und Leiden. Sie sagen, weil wir Menschen sind und uns gleich artikulieren, sind wir wichtiger. Ist unser Schmerz auch nur irgendwie stärker oder schwächer als der anderer Tiere? Menschen- vs. Tierrechte ist genau so ein Vorurteil wie schwarz gegen weiß oder die Nazis gegen die Jüd_innen, eine Beleidigung unserer Freiheit."
Versuche am lebendigen Wesen sind eine Missachtung von Menschen, für andere Tiere bedeutet es dasselbe. Wir haben eine chemische World, gemacht aus einer Pille aus Drogen, um Danke für die Experimente zu sagen. Drogen geschaffen, um Profite zu machen, hergestellt, um Symptome zu unterdrücken. Menschenbefreiung, Tierrecht - ein Kampf, ein Gefecht. Wenn die Tierausbeutung beendet ist, wird die Menschenausbeutung auch bald aufhören, das ist eine geistige Einstellungssache. "Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein." Fang an und schütze die Schwachen, die Hilflosen, die Tiere, die Kranken, und Behinderte. Mitgefühl und Emotionen sind unser wichtigster Wert. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir die Lebendigkeit des Lebens selbst. Emotionale, Hooligans, Spinner_innen?
Weiße Kacheln. Glänzend, blank, steril. Wie ich sie verabscheue. Es erscheint so banal. Doch sie rufen in mir Erinnerungen hervor, die mich ängstigen, schmerzen. Leider ist es fast unmöglich sie zu umgehen: Küchen, Bäder, Arztpraxen, Krankenhäuser - sie sind voll davon. Ich stelle mir vor, wie gekachelte Räume sich blitzartig in Tierversuchslabore oder Schlachthäuser verwandeln, wie Blut an die gekachelten Wände spritzt, von den gekachelten Wänden läuft, wie Blut auf den gekachelten Boden spritzt und wie das Blut von den gekachelten Wänden und dem gekachelten Boden sich in einem metallenem Abguss sammelt und langsam versickert. Ich stelle mir vor wie kurz danach das nächste Opfer grob in den gekachelten Raum geschleift und gedroschen wird, wie es zittert, uriniert, sich windet, ausschlägt, wie unnachgiebige Hände nach ihm oder ihr greifen, den verängstigten Leib zum Stillstand zwingen, um einen metallenen Bolzen durch den Schädel zu treiben, die Kehle zu durchschneiden und den zuckenden Leib zur weiteren Verwertung fortzuschieben. Abermals sammelt sich das Blut, abermals versickert es und mit ihm das letzte Lebenszeichen der Opfer. Die letzte Erinnerung an das Leben wird damit ausgelöscht. Glänzendes Blut, blankes Entsetzen, sterile Kachelwände und -Böden. Wie ich es verabscheue.
100 billion dead a year, 8.3 billion dead a month, what am I talking about I'm talking about the mindless murder of creatures who we take advantage of. Take advantage of with no thought, or any conscience even present. Creatures who feel, creatures who love, creatures who walk and who talk
Animals just like you and I. after all were animals too never forget that The only difference is that we don't kill in defense, we kill for pleasure We kill for our own self centeredness, for our own supposed benefit How can one singular life can compare to the lives of 100 billion others
Children are taught that it is completely humane to kill for no reason Look to your schools when a child kills another and has no recognition The place of education tells our children that it's ok to vivisect and murder One of the most despicable acts and it's a state endorsed education program
The CSIRO a government body use animals to test experimental drugs for humyns. If they are so concerned then why don't they use humyns for their tests? Oh but that's inhumane you say, we can't test on humyns that's insane. But you're quite happy to see them kill primates to help you quit smoking
V-v-v-v-v-v-v-v vivisection, d-d-d-d-d-d-d-d dissection So concerned with the humyn condition, it's a clear cut moral decision
Übersetzung
100 Milliarden Tote im Jahr, 8,3 Milliarden Tote im Monat, wovon rede ich? Ich rede vom gedankenlosen Mord an Wesen, aus dem wir unsere Vorteile ziehen. Vorteile ziehen wollen und keine Bedenken, sogar kein Bewusstsein ist präsent. Wesen, die fühlen, Wesen, die lieben, Wesen, die leben und kommunizieren
Andere Tiere sind genau wie Du und ich. Nach allem, was Tiere auch tun, vergiss nicht, dass der einzige Unterschied der ist, dass wir nicht zur Selbstverteidigung töten, wir töten aus Lust Wir töten für unsere eigene Selbstbezogenheit, für unseren eigenen Nutzen, Wie kann ein einziges Leben mit den Leben von 100 Milliarden mithalten
Kindern wird gelehrt, dass es total human ist, grundlos zu töten Schau Dir die Schulen an, wo ein Kind ein anderes getötet hat und keine Regung zeigt Dieser Ort der Bildung erzählt unseren Kindern, dass es ok ist, Vivisektionen durchzuführen und zu morden Das zeugt einfach nur von Erbärmlichkeit und es ist ein staatlich bestätigtes Schulprogramm
Die Regierungsorganisation CSIRO benutzt Tiere um Drogen für Menschen zu testen Wenn Menschen betroffen sind, warum benutzen sie dann nicht Menschen für ihre Tests? Oh, aber das ist inhuman, sagst Du, wir können doch nicht an Menschen experimentieren, das ist wahnsinnig. Aber andererseits bist Du verdammt glücklich, zuzusehen, wie die Primat_innen töten, um Dir zu helfen mit dem Rauchen aufzuhören
Vivisektion, Zergliederung Betroffen sind menschliche Bedingungen, ein klarer Schnitt für moralische Entscheidung
~xX([Leseproben aus "Dr. Ratte" (William Kotzwinkle)])Xx~
"In der wüsten Apokalypse beschreibt William Kotzwinkle (der E.T. in Romanform brachte), wie die Tierversuche aus der Sicht der Opfer aussehen. Eine ätzende Satire." (Abendzeitung, München)
und
"Die Tierversuchsgegner haben ihre Bibel." (Münchener Stadtzeitung)
lauteten zwei Pressemeinungen zum Roman "Dr. Ratte" von William Kotzwinkle. Es ist allerdings verwunderlich, dass bei beiden ausschließlich die Tierversuche als Thema des Romans genannt wurden. Denn der Autor ist keineswegs so kleinkariert, sich allein auf die Vivisektion als Form der Ausbeutung fühlender Individuen durch den Menschen zu beschränken. Schlachtung, "Nutz"tierhaltung, "Haus"tierhaltung, Zoos, Walfang u.a. werden eben so satirisch wie sensibel aus der Perspektive der Opfer dargestellt. Dabei geht Kotzwinkle teils mit tiefstem schwarzen Humor, teils mit sensibelstem Feingefühl für tierliche Emotionen zur Sache. Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für Menschen, die die Darstellung der brutalen Realität des Tiermissbrauchs ertragen können - und nicht die Augen davor verschließen wollen. Wenn auch in Romanform sind sämtliche zur Sprache gebrachten Quälereien schmerzlich real.
"In der Kolonie bin ich als Dr. Ratte bekannt. Und da ich diesem Labor schon so lange angehöre und ein so gründliches Studium absolviert habe, ist es nur recht und billig, dass ich ein anderes Unterscheidungsmerkmal besitze als bloß eine Tätowierung im Ohr, ein Zeichen, das auch alle anderen Ratten haben. Einige haben Tätowierungen und keilförmige Einschnitte im Ohr. Manche haben sogar drei oder vier Kerben im Ohr, aber das heißt nur, das man ihnen die Leber entfernt hat (eine Kerbe), Leber und Hypophyse entfernt hat (zwei Kerben), Leber, Hypophyse und Epiphyse entfernt hat (drei Kerben) und so weiter. Und wenn sie einem das Herz entfernt haben, sind keine weiteren Kerben mehr nötig, haha!
Dann legen sie bloß noch deine Knochen ein, legen sie deine Knochen ein.
Aber so langsam finde ich den Geruch von Formalin angenehm - eine 5 %-Lösung reicht aus, alle weichen Teile eines Rattenkörpers abzulösen. Ja, der Geruch ist meiner Nase angenehm, weil ich weiß, die Knochen sind nicht meine.
Von meinem Podium hier im Labyrinth aus kann ich den ganzen Vorgang überbicken - eine tote Ratte wird soeben in Formalin getaucht. Bald fallen alle weichen Teile ihres Körpers von ihr ab Dann genügt eine einfache Lösung aus Natriumcarbonat, Chlorkalk und Wasser, um alle noch hängengebliebenen Muskel- und Fettreste zu entfernen. Die Kosten sind nicht hoch. Für die betreffende Ratte sind die Kosten natürlich tödlich, aber was kümmert sie das, sie ist frei!
Tod heißt Freiheit, so lautet meine Devise. Ich tue für meine Mitratten, was ich kann: ich gebe ihnen meinen besten Rat. Denn wenn alles gesagt und getan ist, heißt die End-Lösung (5% Formalin) Tod, und Tod heißt Freiheit.
(...) "Keine Bange liebe Mitratte, es dauert nicht lange."
"Was machen die denn mit mir?"
"Nichts, was sie nicht früher oder später mit uns allen machen, lieber Bruder. Denke an die Devise: Tod heißt Freiheit."
"Ich will nicht sterben!"
Der Hochgelehrte Professor, der die vielen verschiedenen Experimente in unserem Labor leitet, ist jett an das Gestell herangetreten. Sorgfältig, teilnahmslos nimmt er die Lumbalpunktion vor und zieht der Ratte die Rückenmarksflüssigkeit ab. Jetzt möchte die Ratte sterben, das kann ich ihnen sagen.
Tod heißt Freiheit, Bruder!"
(S. 5-7)
"Wir leben in ewigem Tageslicht. So legen wir mehr. Wir sitzen auf Maschendrahtböden, damit unsere Exkremente auf das sich ständig drehende Förderband durchfalen, das sie wegbefördert. Die Schnäbel hat man uns abgeschnitten. Und wir sind krebskrank. Man nennt uns Legemaschinen.
Wir sind die besten Legemaschinen der Welt. Siebenundzwanzigtausend sind wir hier, unsere einzige Bewegung das Legen des Eies, das eine kleine Rutsche hinab von uns wegrollt.
Ich weiß noch, wie herrlich es war, als ich mich durch die Schale nach draußen pickte und in die warme helle Morgenröte des Lebens trat.
Ich habe keinen zweiten Sonnenaufgang erblickt. Wir leben in ewiger Mittagszeit. Meine Geburt war ein schrecklicher Fehler. Und trotzdem entwickelt sich, wie immer, ein Ei in mir. Ich kann's nicht aufhalten. Ich fühle es wachsen, und trotz aller Verbitterung empfinde ich eine kleine Regung von Zärtlichkeit. Ich wünschte mir so, ich könnte das Ei am Wachsen hindern, so dass ich diese zärtlichen Gefühle nicht kennen müsste. Aber ich kann's nicht. Ich bin eine Legemaschine, die beste Legemaschine der Welt.
"Sei nicht so traurig, Schwester. Es kommen bessere Zeiten."
Die irre Henne im Käfig neben mit ist einem hier in der Eierfabrik weit verbreitetem Irrtum zum Opfer gefallen. "Es kommen keine besseren Zeiten, Schwester", erwidere ich. "Nur noch schlechtere."
"Du irrst dich, meine Liebe. Zufällig weiß ich es. Sehr bald werden wir in einem wunderschönen Hühnerhof scharren."
Ich antworte gar nicht erst. Ihre Wahnideen machen ihr Mut. Und da unser Ende genau das gleiche ist was macht es da, wie wir unsere Tage hier verbingen? Soll sie doch von ihrem wunderschönen Hühnerhof träumen. Soll sie doch ihrem Traum weiter fortspinnen, bis sie sich einbildet, dass der Maschendrahtboden unter ihren Krallen warme trockene Erde ist. Wir haben nicht mehr viel Zeit vor uns. Unser Leben währt nur vierzehn Monate beständigen Eierlegens, und dann haben wir's hinter uns.
Eine Legemaschine!
Es gibt plötzlich viel Flügelgeflatter entlang dieses Zellenblocks und viel lautes Gegacker. Die Käfige gehen auf, und grobe Hände packen uns, eine nach der anderen.
"Siehst du, Schwester. Ich hab dir's doch gesagt, dass bessere Zeiten kommen. Jetzt kommen wir raus in unseren wunderschönen Hühnerhof."
"Ja, Schwester. Jetzt kommen wir endlich raus."
Nun werden wir mit dem Kopf nach unten aufgehängt, unsere Füße mit Draht zusammengebunden.
"Siehst du, Schwester. Genau, wie ich's dir gesagt habe -die besseren Zeiten sind endlich da."
Wir werden an ein langsam laufendes Förderband gehängt. Mit dem Kopf nach unten werden wir durch einen dunklen Tunnel befördert. Der Draht schneidet mir ins Fleisch. Schaukelnd schweben wir durch die Dunkelheit. Die gurgelnden Schreie ein Stückchen vor uns machen deutlich, was für bessere Zeiten gekommen sind.
"Unseren Lohn, Schwester, hier bekommen wir ihn endlich", schreit unsere wahnsinnige Schwester. "Wir waren gut und legten viele Eier, und jetzt erhalten wir unseren Lohn."
Der Schrei jeder Henne endet wie abgeschnitten, so dass ihr Gekreisch zu einem feuchten Gurgeln wird. Und dann das Geräusch von Tropfen: tropf, tropf, tropf.
"Oh, jetzt sehe ich ihn, Schwester, den wunderschönen Hühnerhof, von dem ich gesprochen habe, über und über mit roten Blumen bedeckt und..."
Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim plant im nächsten Jahr in Hannover neben der Tierärztlichen Hochschule eine Tierversuchseinrichtung zu bauen, in der Impfstoffe gegen Krankheiten entwickelt werden sollen, die im Zusammenhang mit Massentierhaltung auftreten. Konkret sollen Stallungen mit einer Kapazität für 1000 Schweine errichtet werden und es existieren bereits Ausbaupläne, um später zusätzlich Versuche an Rindern durchführen zu können.
Boehringer Ingelheim, auf Platz 15 der Weltgrößten Pharmaunternehmen mit 2 % Weltmarktanteil, liegt weder das Wohl von Tieren, noch das von Menschen am Herzen, sondern einzig und allein die Profitmaximierung. Dies hat die Politik des Unternehmens in der Vergangenheit mehrfach bewiesen. Neben seinem Streben nach Gewinn plagen den Konzern keine Skrupel, wie beispielweise die Lieferung von Dioxin zur Herstellung des im Vietnamkrieg eingesetzten Entlaubungsmittels „Agent Orange“ zeigt. In der jüngsten Vergangenheit machte Boehringer durch die Patentierung eines Arznei-Wirkstoffs in Indien negativ auf sich aufmerksam. Der Wirkstoff wird in Medikamenten zur Behandlung HIV-Infizierter Kinder eingesetzt. In vielen afrikanischen Ländern wurde Betroffenen der Zugang zum in Indien hergestellten Medikament erschwert oder verweigert, welches 4-mal günstiger ist, als das von Boehringer hergestellte.
Das der Konzern für die Erwirtschaftung seiner Gewinne nicht davor zurückschreckt, qualvolle Versuche an empfindungsfähigen Wesen durchzuführen, ist folglich wenig verwunderlich. Nach außen weiß Boehringer die Erforschung von Impfstoffen selbstverständlich als ein moralisch einwandfreies Handeln zum Wohle von Tieren zu verkaufen. Dabei ausgeblendet bleibt, dass die Krankheiten denen entgegengewirkt werden soll, ihre Ursachen in der Massentierhaltung selbst haben. Bei Erforschung, Herstellung und Verkauf von solchen Medikamenten wird von den Nebenwirkungen profitiert, die die industrielle Produktion von Fleisch mit sich bringt. Boehringer ist kein Freund von Tieren, sondern von dem System ihrer Ausbeutung und will mit der Optimierung von diesem sein Geld verdienen. Tiere haben in diesem System lediglich einen Wert als Ware und nicht als empfindungsfähige Lebewesen, die sowohl physisch wie psychisch leiden können.
Das Vorhaben eine Versuchseinrichtung in Hannover zu bauen, wurde von Boehringer ausführlich geplant und strategisch angegangen. Im Jahre 2006 plante das Unternehmen zunächst das Vorhaben in Tübingen zu verwirklichen. Nach Protesten der Bürgerinnen und Bürger wurde das Projekt jedoch zurückgezogen. In Hannover ist die Sache mit mehr Vorsicht angegangen worden und die Planung wurde mit so wenig öffentlicher Aufmerksamkeit wie möglich gestartet. Außerdem wurde die Unterstützung von einflussreichen Größen wie Ministerpräsident Wulff, Oberbürgermeister Weil, der Stadtverwaltung und anderen Lobbyisten und Profiteuren, allen voran die Tierärztliche Hochschule, sichergestellt.
Der Protest in Hannover formierte sich zunächst aus Bürgern des betreffenden Stadtteils. Entgegen erheblichen Protests ihrer Mitglieder, hat die ev.-luth. Jakobi-Gemeinde Kirchrode ein für das Vorhaben benötigtes Grundstück an Boehringer verkauft und somit ein großes Stück des Weges für das Unternehmen geebnet. Tierrechtsgruppen organisieren mehr und mehr an Protest und die Kampagne ist besonders in diesem Stadium auf kraftvolle Unterstützung angewiesen.
Kommt nach Hannover und zeigt Boehringer Ingelheim, dass ihr Tierversuchslabor hier ebenso wenig willkommen ist, wie in Tübingen oder sonst irgendwo!
Erhebt Eure Stimme gegen Tierversuche, Tierhaltung, Tierausbeutung und Speziesimus!
Herrschaftskrtische AntispeziesistInnen Hannover (HAH) Tierrecht Aktiv
~xX([Frühstück in der Fabrikhalle])Xx~ Von Franziska Brunn, franziska-brunn(ätt)gmx.de
Grrr grrr grrr. Der große Mixer drehte sich. Er hatte den Durchmesser von einem halben Meter, gefertigt aus einem teflonbeschichteten Metall und war unübersehbar Ausdruck des modernen industriellen Alltags. Er ging selbständig in den Ruhezustand, wenn nichts in ihn hineingeworfen wurde und schaltete sich in einer halben Sekunde an, wenn ein Lichtsensor das Signal gab, dass gerade etwas in seinen Schlund fiel. Und was auch immer es war: Er zermalmte es, bis am unteren Ausgang kein Sieb mehr vonnöten war, das gröbere Teile hätte abhalten müssen, die große Maschinerie weiter zu verfolgen. Und so ging es weiter, ein Fließband entlang, ins Unbekannte.
Pohlmann saß auf einem Stuhl nahe dem vergitterten Fenster in der kargen Maschinenhalle. Er war ein kräftiger Typ, ging jeden Sonntag zum Fußballspiel. Sein dunkelblondes, eigentlich krauses Haar wurde durch einen Kurzhaarschnitt gebändigt. Er las Zeitung und aß dabei das Frühstücksbrot, das er sich heute selbst hatte machen müssen, weil seine Frau sich aus Zanksüchtigkeit dagegen gewehrt hatte. Gut, schmeckte wunderbar. Auch ohne sie.
Pohlmann gehörte zur Aufsicht und kontrollierte das Geschehen der Maschinen in dieser Halle sowie die Arbeit der wenigen Angestellten, die es hier gab. Fehler gingen seiner Meinung nach nur von den Menschen aus. Ob es eine Möglichkeit gab, die Produktion vollständig auf Maschinenbetrieb umzustellen, das wusste er nicht. Er befand es jedoch in dem jetzigen Zustand für gut, denn er wurde für wenig Arbeit gut bezahlt. Wer weiß, ob sie, wären die Maschinen allein zu beaufsichtigen, wirklich ihn eingestellt hätten und nicht irgendeinen Ingenieur, der im Schadensfalle tatsächlich etwas ausrichten konnte. So genoss er die Freiheit seiner Tätigkeit und widmete sich dem Zeitungslesen.
„Flugzeugabsturz - mit unbekannter Zahl von Opfern, evt. UN-Botschafter darunter?“ Pohlmann war noch nie geflogen, verstand nicht so recht, wieso Leute das freiwillig auf sich nahmen, wo doch Tag für Tag solche Schlagzeilen die Zeitungen füllten.
Er las ungern politische Artikel, er übersprang sie, ging zu den leichteren über. Mit Feuilleton konnte er ebenfalls nichts anfangen. Meist las er die Polizeisparte: „Drei junge Männer schlugen alte Frau nieder, raubten ihre Handtasche. Die Frau erlag später im Krankenhaus den Folgen eines Schlaganfalls.“ Und dann alles über Promis, nicht so sehr, weil er sich dafür interessierte, sondern weil seine Frau Tag für Tag davon schwatzte. Und die Artikel, die ihm eben so in die Augen fielen.
Gerade war er - was ungewöhnlich war - auf der Wissenschaftsseite hängen geblieben:
„Küken kommunizieren im Ei: Wie das Magazin Nature berichtete, fanden Wissenschaftler heraus, dass Vogeljunge bereits vor dem Schlüpfen wesentliche Lernprozesse durchlaufen. Dabei erlernen sie die Laute ihrer Mutter und auch ihrer Geschwister in den benachbarten Eiern. Dies ergaben Tests mit Vogeljungen, die noch vor dem Schlüpfen von ihrer Mutter und den anderen Eiern getrennt wurden. Setzte man Jungtiere einen Tag nach dem Schlüpfen je drei verschiedenen Nestern vor, liefen sie mit erstaunlicher Präzision zum jeweils mütterlichen Nest.“
Eigentlich interessierte er sich für solche Tiergeschichten nicht. Aber er war ja quasi berufsmäßig verpflichtet, sich mit Hühnern zu beschäftigen, wenn auch zugegebenermaßen sehr indirekt. Er stand auf, reckte sich kurz und ging auf den großen Mixer zu. Aus dem Nachbarraum, dem Brutraum, führte die Röhre durch die Wand in diesen Raum hinein. Kurz vor der Mündung des Trichters öffnete sie sich und gab ihr Inneres frei. In unregelmäßigen Abständen - je nachdem wie die drüben arbeiteten und wie die Geschlechterverhältnisse beim Schlüpfen gerade waren - fiel Küken für Küken in das riesenhafte Gerät hinein.
Wenn Pohlmann sich ganz nah an den Mixer stellte, so konnte er, trotz der Maschinengeräusche, das leise Piepsen der unerwünschten Hähnchen hören, bevor sie sich in eine rote, gleichförmige Masse verwandelten, die zu Hundefutter verarbeitet wenigstens noch etwas Profit abwarf.
Einen kurzen Augenblick fragte er sich, ob diese wissenschaftliche Erkenntnis wohl Auswirkungen für die Firma haben könnte. Aber er verwarf die Zweifel, so war es schließlich noch nie gewesen. So setzte er sich wieder auf den Stuhl, denn alles war in bester Ordnung.
Die Maschine rotierte mit ihrem unaufhörlichen, millionenfachen: Grrr, grrr, grrr.
Sie werden in Gefängniszellen gehalten, so eng wie die Stehsärge von Oranienburg; das Licht, das ihnen morgens aufgeht, kommt von der Neonröhre, die angeht; ihre Grundlebensbedürfnisse werden mit der chemischen Keule niedergeschlagen, ihre Grundtriebe ebenso an- und abgestellt, Fortpflanzung und Nachkommenaufzucht auf perverse Art mechanisiert. Ihr einziger Daseinszweck: Selbstaufzucht, Selbstvervielfältigung. Haftpsychosen sind die Regelfolge, Selbstmordversuche; die Lebensdauer, die ihnen zugebilligt wird, liegt tief unter ihrer natürlichen Lebenserwartung; das Urteil, Begnadigung ausgeschlossen, lautet generell auf Lebenslänglich. Es ist die Rede von Tieren, nicht von Menschen.[…] Was in den Zucht- und Schlachtanstalten der so genannten zivilisierten Nationen geschieht, gehört, alles erwogen, zu den wohk stärksten Verbrechen, das zurzeit auf Erden zu registrieren ist; es gehört mit zu einem Problem von allergrundsätzlichster Bedeutung. […] Sie werden in körperenge Kästen gezwängt, damit sie sich nicht bewegen können, auf Wochen und Monate; wo auch ihr kleinstes Zappeln und Zucken die Täter noch stört, gießt man ihnen einen Gipspanzer um; damit sie nicht schreien und beißen, schneidet man ihnen die Stimmbänder durch und vernäht ihnen die Mäuler; man verätzt ihnen den Magen, die Augen, die Haut; infiziert sie gewaltsam mit den gräulichsten Krankheiten, die sie von allein nie bekämen; treibt sie mit Nervengiften in Krämpfe oder Wahnsinn; vergiftet und vergast sie mit den aberwitzigsten Substanzen; implantiert ihnen Elektroden ins Gehirn und jegt ihnen Stromstöße in sämtliche Lebensfunktionen; man zertrümmert ihnen die Knochen, verbrüht und verbrennt sie, setzt sie in Eisbäder und Hitzekammern; man erprobt Waffenwirkungen an ihnen […]: dies alles bei lebendigem Leibe, meist ohne genügende Anästhesie; und reicht der eine Versuch nicht aus, sie umzubringen, so werden sie dem nächsten überantwortet; eine Überlebenschance gibt es nicht. Es ist, abermals, von Tieren die Rede, nicht von Menschen,- von jenen Tieren, zu denen der Mensch, gegen alle Widerstände deformativer Ideologien, sogar ein weit gediehnes Verwandtschafts- und Freundschaftsbewusstsein entwickelt hat: vorab von Hunden und Katzen, den Gefährten der einsamen Kindheit, den Gefährten des wieder einsamen Alters. Und es gibt keinen Zweifel, wie das zu qualifizieren ist, was ihnen in den Großlabors und Versuchsanstalten von Industrie und Medizin und Militär angetan wird: Es ist ein gigantischer Verstoß gegen alles, was die Sorte Homo sapiens im mühseligen Verlauf ihrer geschichtlichen Evolution an Benehmen gelernt hat: der Zusammenbruch einer ganzen Werte-Ordnung, an der Jahrtausende gearbeitet haben: eine Perversion, in der längst nicht mehr nur der einzelne Täter entartet ist, sondern die Tatfähigkeit der gesamten Art, die ihn zulässt und schützt. […] Was alles da im längst unheimlichen Verbund an Gräueln stattfindet -, es gibt auch darüber mittlerweile die umfassendsten Informationen, in Büchern wie in den Wochen-, Tages- und Augenblicksmedien; nichts davon ist neu. Aber die Gräuelhaftigkeit wächst, von Augenblick zu Tag zu Woche, auf eine unheimliche Weise eben dadurch, dass nichts davon mehr neu ist; das kollektive Mitwissen konstituiert den Tatbestand einer riesigen Komplizenschaft, deren ungehemmtes Fortbestehen die Grundlagengeltung der Ethik selbst infrage stellt und zuletzt die Drohung mit sich bringt, die ganze Entwicklung des Abendlands mit einem welthistorischen Zynismus sondergleichen abzuschließen.
("Standpunkte der Ethik", Schullehrbuch, Schöningh, S. 355f.)
Für die sexuelle und antispeziesitische Revolution! Frauen, Kinder und nichtmenschliche Tiere sind keine Objekte, kein Besitz des (weißen) Mannes!
Für eine vegane, egalitäre, pansexuelle Gesellschaft!