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.oO Veganer Senf bei VideoGold.de (Kommentar zur "brutalen Realität von Wusstest Du Schon?")

Bei VideoGold.de gibt es einen Clip namens "Wusstest Du Schon? Fakten aus der wirklichen Welt". Im Angesicht dieser dreisten Verharmlosung von Gewalt gegen Tiere musste ich leider wieder einmal meinen veganen Senf dazu geben. Bitte habt Verständnis, dass ich nicht die ganze Groß- und Kleinschreibung korrigiere, ich finde es bei Kommentaren immer recht überflüssig. Positiv aufgefallen ist mir jedoch, dass sogar dort die Dokumentation "easy.vegan" zu finden ist.

“wusstest du schon, dass 99% der als interessant eingestuften dokus zu 100% speziesistisch sind?”
also zu zwei sachen muss ich leider meinen veganen senf dazu geben, da sie in meinen augen äußerst gewaltverharmlosend sind (was ja nicht anders zu erwarten war, da der ganze clip anthropozentrisch ist, als würden nur “wir” menschen unter menschen leiden)

1. “Wusstest du schon, dass wir jeden Tag 200.000 Tonnen Fische aus den Meeren fischen, ganz klar eine Übernutzung dieser wichtigen Lebensmittelreserve?”
>> allein fühlende lebewesen als “lebensmittelreserve” zu bezeichnen, ist ja schon tierverachtend, aber ich habe noch mehr zu kritisieren: wie wäre es damit, zu erwähnen, dass fast all diese fische (die nichtmal als individuen, sondern nur als grob geschätzte gewichtsmasse wahrgenommen werden), durch platzen der luftblase, ersticken auf deck oder erdrückung durch die last ihrer artgenoss_innen sterben müssen? obwohl anerkannt ist, dass fische schmerzen etwa wie vögel oder säugetiere wahrnehmen, gibt es keine vorgeschriebenen schlachtgesetzte (was ihren mord natürlich auch nicht gerechtfertigter machen würde). und um mal eine zahl in individuen und nicht in masse zu geben: allein in den usa werden SEKÜNDLICH 700 fische ermordet, das bedeutet hochgerechnet auf einen tag 60.480.000 fische – allein in den USA! übrigens sind bereits 5 der 7 weltgrößten fischfanggebiete leergefischt, weshalb diesem massaker wohl bald auf natürliche art und weise ein ende bereitet wird. viele wissen aber gar nicht, dass es u.a. deswegen mittlerweile massentierhaltung auch für fische gibt, sog. fischfarmen. abgesehen vom (un)ethischen aspekt des einsperrens und ermordens von fischen, sind diese auch ökologisch äußerst schädlich.

2. “Wusstest du schon, dass die brutale Wahrheit für die Hälfte der Menschheit heißt: als Kuh würd es dir besser gehen? Die durchschnittliche europäische Kuh erhält jeden Tag 2,2 Dollar vom Steuerzahler.”
>> also das schlägt dem fass wohl dem boden aus! vielleicht sollte mal dazu gesagt werden, dass damit ausschließlich milchkühe gemeint sind, und die meisten rinder, also kälber und stiere, nicht älter als 1,5 jahre werden dürfen? kälber werden maximal 7 monate. was nicht heißen soll, dass es den milchkühen besser geht: diese werden jährlich vergewaltigt, ihr kind wird ihnen brutal meist noch am tag der geburt entrissen und nach der 4.-5. geburt heißt es dann ab ins schlachthaus, da ihre überzüchteten körper total ausgelaugt von der permanenten belastung sind. von den übrigen haltungsbedingungen mal abgesehen, ist das wohl kein leben, dass einem tier zu wünschen ist – ob nun menschlich oder “kuhlich”! ich würde mich erstmal über die tierindustrie informieren, bevor ich solche vergleiche anstelle!

in diesem sinne, lasst euch nicht verarschen und lebt vegan, das hilft nicht nur den oben genannten fischen und kühen, sondern spart auch unglaublich viele ressourcen (wasser, pflanzliche nahrungsmittel, energie usw.) ein, die eigentlich für die versorgung unterernährter verwendet werden könnten.

(selbstverständlich ist das welthungerproblem nicht nur ein problem der verfügbarkeit, sondern vor allem der verteilung, aber es maßt schon sehr verschwenderisch und ignorant an, wenn die leute sich in unseren regionen täglich mit schnitzeln und steaks vollfressen, obwohl allein die futtermittel, die zur aufzucht der dafür ermordeten schweine, kälber usw. 10x so viele menschen hätten ernährt werden können.)

(entspricht nicht ganz dem Original, kleinere Rechtschreibfehler wurden ausgemerzt)

.oO "Wenn die Fische eine Stimme hätten, würde ich diesen Beruf nicht ausüben."

Gerade habe ich durch Zufall, als ich über Schlachtfohlen recherchierte, einen Beitrag eines Menschens gefunden, der selbst in der Fischerei tätig war(ist?). Da ich nicht glaube, so schnell wieder so einen "guten" Erlebnisbericht finden zu können, stelle ich ihn sofort rein. Bitte seht die Rechtschreibfehler nach, ich habe den Originaltext kopiert.

Habe den Bericht nicht gesehn. [Es ging um eine Schlachtfohlendoku auf ARD]

Auch wenn ich wieder was auf die Ohren bekomme:

Warum kein Fohlenfleisch? Wir essen auch Kalbfleisch. Oder Kaninchen. Sind auch niedliche Tiere.

Aber ich bitte darum mich richtig zu verstehen: Selbstverständlich finde auch ich es pervers ein Tier in der geschilderten Form zu töten.

Die Schlächer stumpfen mit der Zeit ab, was ich aus eigener Erfahrung weiß:

Ich bin ca. 1,5 Jahre in der Fischerei auf der Ostsee, immer so rund Bornholm, zur See gefahren.
Beim ersten Hol ( Netz an Board hiefen) hat sich mir der Magen umgedreht. Durfte ich den anderen Besatzungsmitgliedern natürlich nicht zeigen.
Die Fische ( Dorsch = Kabeljau) werden aus einer Tiefe von ca. 200m innerhalb von ca. 3 Minuten an die Oberfläche gezogen wobei den Meisten die die Schwimmblase platzt.
Das ist ungefähr dasselbe als wenn man uns ohne jeglichen Schutzanzug an ein Flugzeug bände das dann 10000m aufsteigt.

Zum schlachten greift man den Fisch so, das der Rücken nach unten zeigt. Den Zeigefinger steckt man in ein Auge und den Daumen drückt man, dann ist das von unten, auf`s Maul sodas der Fisch nicht aus der Hand gleitet.
Dann wird mit einem raschen Schnitt die Kehle quer durchtrennt, und mit einem Längsschnitt, von der Kehle zum Schwanz hin, der Bauch geöffnet um so die Innereien entnehmen zu können. Danach wird der Fisch nach Größe sortiert in Hocken (Abteilungen an Deck) geworfen, gewaschen und anschließend in Kisten sortiert.
Während des ganzen Vorganges wird der Fisch NIE betäubt.
In den Fischen steckt solch eine Energie, das sie bar jeglicher Innereien in den Hocken manch mal minutenlang noch mit dem Schwanz schlagen.
Dies wird so seit Urzeiten so praktiziert. Und noch nie habe ich einen Protest dagegen gehört.

Nach dem dritten Hol, es waren jedesmal so zwischen 6 u. 12 Zentner Fisch, war mein anfänglicher Schock verflogen.
Die Eile mit der alles geschah und der Seegang, ständig bemüht um sicheren Halt an Deck, lenkten meine Gedanken in andere Richtungen.

Mein damaliger Schipper,seit 35 Jahren in der 8. o. 9. Generation Fischer, sagte mir mal in einer stillen Stunde:
Wenn die Fische eine Stimme hätten, würde ich diesen Beruf nicht ausüben.

.oO Schlachthofgesellschaft (Gedanken, Teil4)


~xX([Schlachthofgesellschaft])Xx~


~Teil 4~

Doch das Lagerfeuer erinnert noch an ein anderes blutiges Schicksal. Wenn die in Flammen stehenden Scheite so hell glühen und die Maserung des Holzes nachzeichnen, sieht es fast aus wie ein Stück zartrosa Lachs, der auf einem dunklen Teller serviert im edelsten Restaurant der Stadt zu bekommen ist. Das Wissen um die Leiden der Kreatur verderben einem Menschen wirklich jeglichen Genuss. Nicht einmal ein wärmendes Feuer kann über das tägliche Gemetzel in Küche und Schlachtereien, auf Fischkuttern und in Fischfarmen hinwegtäuschen. Ganz im Gegenteil, selbst dieses scheinbar banale Feuerchen entzündet in mir endlose Assoziationen - sich hilflos auf Land windende Fische, zerrisssene Schwärme, Tod durch Erstickung, Erschlagen, Zerquetschen. Riesige Fangboote ziehen kilometerlange Schleppnetze ein und in den Gittern hängen die Opfer der Pescetarier und Pescetarierinnen - tausende, abertausende Fische, Krebse, Krabben, Aale, Schildkröten, Delfine... Sie wissen nicht, was mit ihnen geschieht, spüren nur diese Angst, Unruhe, Verwirrung. Diese Schmerzen, wenn sich die Netze in ihr Fleisch schneiden oder wenn sie sich so in ihnen verfangen, dass ihre Gliedmaßen abgequetscht werden. Sie winden sich und wollen entkommen und ganz zu recht haben sie Todesangst. Schildkröten oder Delfine müssen ertrinken, wenn sie nicht rechtzeitig an Land geholt werden - und wenn doch, ist ihr Schicksal dann besser? Sie werden in kleine Stücken zerhaspelt und für eine völlig unnötige menschliche Gier ermordet. Andere Meeresbewohner_innen erwartet zwar nicht der Tod unter Wasser, aber dann an Land. Dutzende Tonnen Gewicht der anderen Fische drücken auf ihre Leiber und sie bekommen (nicht nur deswegen) keine Luft mehr und müssen jämmerlich verenden. Es wird immer nur von Rindern, Schweinen, Hühnern gesprochen, aber die Berge aus Fischleichen und sonstigen "Meeresfrüchten" (die "geerntet werden") wächst im Vergleich zu den gleichartig ausgebeuteten Landbewohner_innen ins Unermessliche. Und auch wenn die Menschen es nicht zugeben wollen: Sie müssen so verenden, weil sie anders sind. Weil sie dem menschlichen Leben so fremd sind, haben sie kaum eine Chance auf Mitgefühl, für sie gibt es keine Regelungen für humanen Umgang, für sie hält keine_r Gericht. Selbst in der tiefen Unendlichkeit des Meeres sind sie nicht sicher, denn auch da, wo Boote und Netze nicht hinkommen, dringen die Menschen vor: Mit ihren Giften und Seuchen, die langsam selbst in die entlegendsten Ecken auf Erden vordringen und sich in die Körper der Erdlinge fressen. Wir haben mehr als einen Grund zur Reue.